{"id":179,"date":"2025-01-07T13:56:28","date_gmt":"2025-01-07T12:56:28","guid":{"rendered":"https:\/\/schandschrift.de\/?p=179"},"modified":"2025-01-07T13:56:30","modified_gmt":"2025-01-07T12:56:30","slug":"der-prinz-der-fuchs-und-die-huehner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schandschrift.de\/?p=179","title":{"rendered":"Der Prinz, der Fuchs und die H\u00fchner"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich m\u00f6chte dieser kleinen Schrift einer jungen, herzlichen Frau widmen, die mir vor kurzem begegnet ist. Ich sehe mich selbst als Dichter und Dichter ohne Musen sind langweilig. Und darum bin ich vermutlich auch ein wenig verschroben, verr\u00fcckt und manchmal ein klein wenig gemein, wenn es um Frauen geht. Aber die <em>Gemein<\/em>schaft hat es in ihrem Wort ausgedr\u00fcckt. Einige wenige Menschen wissen von der Gemeinschaft und stemmen sich vehement dagegen (nicht ohne Grund hei\u00dft der ber\u00fchmte, russische Revolution\u00e4r <em>Trotz<\/em>ki; wenn er Deutscher w\u00e4re, die Deutschen h\u00e4tten sicherlich gro\u00dfe Vorsicht vor seinem Namen). Ich habe ja eigentlich das Gef\u00fchl, dass ich eine Partnerin haben sollte, eigentlich nicht um meinetwillen, sondern dass ich nicht zu viel Schabernack mit anderen Frauen treibe. Zum Gl\u00fcck kann ich mich auch manchmal so verstellen, <em>als ob<\/em> ich ganz normal w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun denn, ich habe gestern eine Frau gesehen und sie hat mich ganz in ihren Bann gezogen. In der Abschiedsnotiz zu Magdeburg erw\u00e4hnte ich bereits die sch\u00f6nsten Frauen der Welt. Und auch wenn es nicht unbedingt irgendwas mit der Realit\u00e4t zu tun hat, so denke ich, dass sch\u00f6nste Frauen eigentlich nur eine Metapher f\u00fcr eine besondere Erinnerung sind, die man hat und die man bewahren m\u00f6chte. So etwas ist \u00e4u\u00dferst selten und manchmal kommt es mir so vor, als bliebe ich mein ganzes Leben allein und m\u00fcsse unverheiratet sterben (das k\u00f6nnte auch durchaus sein, aber nichtsdestotrotz war mein Leben sehr lustig und ich habe viele Freunde lieb gewonnen). Ich brauche auch nicht unbedingt jemanden, um das Leben genie\u00dfen zu k\u00f6nnen, aber zu zweit m\u00fcsste das Leben in meiner Vorstellung doch doppelt so lustig sein. Und gestern traf ich eben eine Frau, die mir so ein eigenartiges Gef\u00fchl gab, welches ich seit letztem Juli nicht mehr gesp\u00fcrt habe: Ich war wirklich etwas sch\u00fcchtern. Und Sch\u00fcchternheit ist nur der Fall, wenn einem die Meinungen von anderen wirklich wichtig ist. Wenn man einen Schwarm hat, dem man sich offenbaren m\u00f6chte, aber zugleich nicht alles offenbaren <em>kann<\/em>. Ich finde eigentlich alle Menschen toll, aber es ist dort auch in Ordnung, wenn man sich nicht allen offenbart. Dann w\u00e4re das ja \u00fcberhaupt nichts Besonderes. Das Sich-Offenbaren, das darf man sich nur ganz wenigen Menschen vorbehalten, wenn man wirklich etwas Bedeutendes in seinem eigenen Leben gefunden hat. Den anderen kann man einfach irgendwelche Geschichten erz\u00e4hlen und nette Gespr\u00e4che f\u00fchren, man kann dort pragmatisch und vielleicht auch gesch\u00e4ftlich vorgehen. Mit Freunden macht man schlie\u00dflich die besten Gesch\u00e4fte, denn die besten Gesch\u00e4ftsbeziehungen halten ein Leben lang. Sich ganz jemanden hinzugeben, das kann man aber nur gegen\u00fcber einer Person. Das Bed\u00fcrfnis haben vermutlich auch nur Dichter, wer sich nicht ganz hingeben m\u00f6chte, der ist dann auch blo\u00df Teilzeitdichter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Frau hatte mich an mein liebstes Buch <em>Der kleine Prinz<\/em> von Antoine de Saint-Exup\u00e9ry erinnert. Ich hatte sie gesehen und aus irgendeinem Grund ging mir danach das folgende Zitat nicht mehr ganz aus dem Kopf: &#8222;Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist f\u00fcr die Augen blind.&#8220; Und wie es der Zufall will, ist das <a href=\"https:\/\/www.exuperysprinz.de\/text\/21-kapitel\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.exuperysprinz.de\/text\/21-kapitel\/\">21. Kapitel <em>Freundschaft mit dem Fuchs<\/em><\/a> ein ganz besonderes Kapitel. Ich habe es bis jetzt noch gar nicht literarisch verarbeitet. Ich hatte aber schon einmal vor einiger Zeit auf einer Kundgebung einen politischen Poetry-Slam Text vorgetragen, in dem ich Bezug auf die verschiedenen Planeten mit diesen doofen Erwachsenen genommen habe (das war auch sehr mystisch, weil damals die erste sch\u00f6nste Frau der Welt auch anwesend war und obwohl wir uns damals zerstritten haben, sie hat mit so bitters\u00fc\u00dfen, traurigen, braunen Rehaugen zugeh\u00f6rt). Meine Generation ist ja diese, welche so langsam zur Ern\u00fcchterung kommt, erwachsen sein zu m\u00fcssen und mich schaudert es manchmal, wenn ich ihre tiefe Trauer von ihrer verlorenen Kindheit sp\u00fcre. Diese ist aber nicht verloren, sie haben nur aufgegeben, Wege zu finden, sie sich zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurzer Einschub: Ich erinnere mich an irgendein ein YouTube-Video von dem Skateboarder Zack Dowdy, der schon etwas \u00e4lter ist (ein wahrer OG). Er nahm eine Skate-Session mit einem 50-j\u00e4hrigen Skater auf und einem Rollstuhlfahrer und sie haben die ganze Zeit versucht, einen zwei Meter Wallride (also mit dem Skateboard zwei Meter hoch die Wand entlang) zu schaffen. Er fragte an einer Stelle den Rollstuhlfahrer, wie man mit dem \u00c4lterwerden umgehen sollte und dieser antwortete etwa: &#8222;You don&#8217;t stop skating when you&#8217;re getting older. But you&#8217;re getting older when you stop skating.&#8220; Ich skate seit 3 Monaten wegen einer Verletzung am Zeh nicht mehr, aber so langsam, ist diese richtig ausgeheilt. Vielleicht lag es an der Sonne, vielleicht an der jungen Frau, die mir einen vorl\u00e4ufigen Korb gab (aber trotzdem ihre Nummer), aber ich war davon so genervt, dass ich seit langem nicht mehr so ein intensives Gef\u00fchl hatte, zu skaten. Ich hatte heute morgen sogar getr\u00e4umt, dass ich mit Snicks, Jeffe und Kono in irgendeinem Spot, den ich nicht kannte skaten war. So schlimm ist es geworden, dass ich sogar schon vom Skaten tr\u00e4umen muss!<\/p>\n\n\n\n<p>Mir ist manchmal etwas langweilig im Leben und ich suche eigentlich st\u00e4ndig nur Leute, mit denen ich zusammen spielen kann. Ich meine damit nicht blo\u00df die zwischenmenschliche Interaktion, aber auch die politische, mediale oder wirtschaftliche. Das sind alles Spiele, die Spielregeln haben und mit denen man spielen muss. Ich hatte vor einiger Zeit einen Trading-Bot f\u00fcr Kryptow\u00e4hrungen entwickelt und wenn man sich ein wenig mit Fundamental- und technischer Analyse befasst, dann kann man auch verstehen, warum die M\u00e4rkte so und so funktionieren und warum Altersvorsorge und Aktien trotzdem wichtig sind. Ich halte mich mit diesem Spiel aber nicht zu gerne auf, weil mir die Spielregeln zu bl\u00f6d sind. Daher beschr\u00e4nke ich es auf einige Stunden im Monat. Mit den politischen und medialen Spielregeln halte ich es genauso, einige Stunden im Monat und wenn man zu oft Spiele spielt, deren Spielregeln bescheuert sind, dann hat man auch keinen Spa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber man zu dem Fuchskapitel. Es gibt Spiele, die viel mehr Spa\u00df machen (z. B. Musik, Kunst und Literatur) und die sch\u00f6nsten finden sich in der Liebe und in der Freundschaft. Nicht ohne Grund hei\u00dft es Dating-Game. Man sollte einfach mal einige Studien dazu lesen, wie Anziehung, Attraktivit\u00e4t und Kommunikation funktionieren. Oder man macht seine eigenen Feldstudien (und die machen viel mehr Spa\u00df!). Ich glaube, der kleine Prinz hat das auf eine wunderbare Weise dargestellt. Der Fuchs sagt &#8222;Nichts ist perfekt&#8220; und f\u00e4hrt fort mit &#8222;Mein Leben ist eint\u00f6nig. Ich jage H\u00fchner, die Menschen jagen mich. Alle H\u00fchner gleichen einander und alle Menschen sind gleich. Das langweilt mich ein wenig. Aber wenn du mich z\u00e4hmst, wird mein Leben heiter wie die Sonne sein.&#8220; Vielleicht sollte man diesen Absatz kurz auf sich wirken lassen. Vielleicht kann man ja mal \u00fcberlegen, was man selbst ist: Ein Mensch, ein Fuchs oder ein Huhn?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Erwachsene Menschen, die Kinderb\u00fccher schreiben, denken doch immer mehrdeutig. Ein sehr lustiges Beispiel ist das Buch &#8222;<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Dees-Big-Nuts-Mark-Thunder\/dp\/1515326764\">Dee&#8217;s Big Nuts<\/a>&#8222;, in dem die Geschichte von einem Eichh\u00f6rnchen mit seinen gro\u00dfen N\u00fcssen erz\u00e4hlt wird. Dort ist es sehr offensichtlich, was die zweite Ebene ist. Kinder verstehen diese zweite Ebene nicht, aber Erwachsene und darum ist der kleine Prinz auch eines der sch\u00f6nsten M\u00e4rchen. Und ich m\u00f6chte die zweite Ebene hier einmal er\u00f6rtern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz trifft auf den Fuchs und sucht eigentlich Menschen, mit denen er sich anfreunden kann. Menschen, die sind, wie er. Aber der Fuchs, der nat\u00fcrlich ein klein wenig anders ist, sucht auch Menschen, mit denen er sich anfreunden kann. St\u00e4ndig treffen wir Menschen aufeinander mit den unterschiedlichsten Hintergr\u00fcnden. Wir laufen nur an ihnen vorbei. Wir ignorieren sie in der Bahn. Wir haben keine Zeit \u2013 besser gesagt wir <em>nehmen <\/em>uns keine Zeit \u2013 uns mit ihnen zu besch\u00e4ftigen. Es ist dieses st\u00e4ndige Gef\u00fchl &#8222;Ich muss ganz erwachsen sein und Erwachsene besch\u00e4ftigen sich eben mit Zahlen, Politik und Nachrichten&#8220;. Das wird uns st\u00e4ndig erz\u00e4hlt und darum herrscht in der Gesellschaft auch eine so gro\u00dfe Depression, Trauer und Wut. Und dann denken sich Menschen &#8222;Ich muss stark sein, denn sonst bin ich nicht erwachsen&#8220; und dann vergraben sie diese Gef\u00fchle tief in ihrem Inneren und laufen mit einer aufgesetzten Fassade umher. Kafka schrieb dazu einmal: &#8222;Ich sch\u00e4mte mich, als ich bemerkte, dass das Leben ein Maskenball ist, und ich mit meinem wahren Gesicht teilgenommen habe&#8220;. Das Problem ist eigentlich nicht, dass er mit seinem wahren Gesicht teilgenommen hatte, sondern dass er sich daf\u00fcr sch\u00e4mte. Menschen sollten frei sein von Scham, frei von dem Zwang, irgendwas Wichtiges vollbringen zu m\u00fcssen, daf\u00fcr ist die kurze Lebenszeit doch viel zu schade. Ich meine damit auch nicht, dass es etwas Schlimmes w\u00e4re, etwas Wichtiges zu vollbringen, das w\u00e4re sogar sehr w\u00fcnschenswert. Aber es sollte kein <em>Zwang<\/em> sein. Denn \u2013 das lehren uns die Sterne \u2013 in einer fernen Zukunft ist das alles egal. Das, was wichtig ist, ist sich zu begegnen. Und man kann sich frei aussuchen, mit wem man Zeit verbringen m\u00f6chte. Ich m\u00f6chte am liebsten so viele Menschen wie m\u00f6glich kennen lernen. Wenn man gut dichten m\u00f6chte, braucht man nun mal auch eine Menge Erlebnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prinz, der zun\u00e4chst nur nach Gleichgesinnten (nach Menschen) ist, wird dann vom Fuchs angesprochen: &#8222;Man versteht nur die Dinge, die man z\u00e4hmt. Die Menschen haben keine Zeit mehr, um etwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Gesch\u00e4ften. Da es aber keine L\u00e4den f\u00fcr Freunde gibt, haben die Menschen keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, dann z\u00e4hme mich!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Absatz sollte auch erstmal f\u00fcr sich wirken.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Schauen wir uns diese Metapher nun einmal f\u00fcr die Liebe an. Es ist nun mal so, dass man manchmal der kleine Prinz, manchmal der Fuchs ist. Ich glaube, ich bin h\u00e4ufiger ein Prinz. Aber ich durfte als Fuchs auch schon einige Prinzessinnen kennenlernen. Und das sonderbare ist, dass ich diese Erkenntnis vor 5 Jahren auch schon mal in irgendeinem Block gekritzelt habe und es mir gut in Erinnerung geblieben ist: &#8222;Ich verbrenne Pal\u00e4ste, doch suche ich trotzdem nach Prinzessinnen&#8220;. Ich bin zwar nicht mehr so revolution\u00e4r, dass ich so destruktiv bin, aber mir ist doch aufgefallen, dass ich mich immer in einen sehr Prinzessinnen-\u00e4hnlichen Typ verknallt habe. Ich habe fr\u00fcher mit meiner Schwester vielleicht zu viele Barbie-Filme geschaut, aber eigentlich fand ich das, was darin \u00fcbertragen wurde ja gar nicht so schlecht. Prinzessinnen haben ein gutes Herz, F\u00fchrungskraft und sie bewegen sich sehr elegant (weil sie tanzen und so). Dass sie sch\u00f6n sind, das ist einfach dem geschuldet, dass sie sich gut um sich selbst k\u00fcmmern (gesunde Ern\u00e4hrung, Bewegung) und einen Frohsinn haben (denn das haben auch irgendwelche Studien mal gezeigt, ein gl\u00fcckliches Gehirn korreliert auch mit einem sch\u00f6nen \u00c4u\u00dferem). Als Prinz trifft man \u00fcberall auf F\u00fcchse und F\u00fcchsinnen und sie zu z\u00e4hmen bedeutet einfach nur &#8222;geduldig zu sein&#8220; und Zeit miteinander zu verbringen. Mehr ist es doch auch gar nicht. Die Werbung des 21. Jahrhunderts hat uns jungen, formbaren Menschen eingebl\u00e4ut, dass wir dieses oder jenes Kleidungsst\u00fcck, Parfum oder Auto haben m\u00fcssen, damit uns jemand mag. Aber eigentlich m\u00fcssen wir der anderen Person einfach nur gen\u00fcgend Zeit schenken und geduldig sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da hat der Fuchs ja doch ganz recht, wenn er sp\u00e4ter zum Abschied erwidert &#8222;Hier ist mein Geheimnis. Es ist sehr einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist f\u00fcr die Augen unsichtbar&#8220;. Die Werbung und der ganze Schnickschnack, die ganzen L\u00e4den in den Stra\u00dfen, die ganzen Menschen, die uns umgeben. Wie sehen wir diese? Sehen wir diese mit den Augen oder mit dem Herzen? Mit genug Menschenkenntnis kann man an den Blicken der Menschen ablesen, ob sie reinen Herzens sind oder blo\u00df vor sich hinleben um zu verurteilen. Vielleicht sehen sie sogar mit dem Herzen, doch es ist durch Grausamkeit, Trauer und Wut ganz verdreckt, so dass sie gar nicht mehr zwischen Mensch und Ding unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist auf jeden Fall sehr selten, dass ich in den Genuss komme, ein Fuchs zu sein. St\u00e4ndig wird von den M\u00e4nnern erwartet, dass sie den ersten Schritt machen. St\u00e4ndig wird von einem erwartet, dass man dieses oder jenes tun oder lassen soll, damit man &#8222;normal&#8220; ist. Es ist mir langweilig geworden. Ich bin schon nicht mehr Prinz, ich bin ein Fuchs, der sich nur mit H\u00fchnern besch\u00e4ftigt. Und H\u00fchner sind ja nichts anderes als die Nahrung des Fuchses, nichts anderes als der Alltag, mit dem er sich besch\u00e4ftigen muss, um \u00fcber die Runden zu kommen. Auch mit anderen Menschen zu reden, in einer nicht-menschlichen Art, ist auch nichts anderes als sich um H\u00fchner zu k\u00fcmmern. Ich gehe einkaufen und am Ende w\u00fcnscht man dem Kassierer oder der Kassiererin einen guten Tag. So solche Beispiele meine ich. Die Antwort ist dann, weil es in der Job-Beschreibung steht, &#8222;danke Ihnen auch&#8220;. Und so wiederholt sich das Woche f\u00fcr Woche. Und manchmal spricht man tats\u00e4chlich mit einem Huhn \u2013 der moderne Volksmund w\u00fcrde sagen: &#8222;Talahuhn&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist mir ein Verdruss manchmal. Aber ich lebe nun mal damit. Es gibt vielleicht ein dutzend Menschen, die mich jemals gez\u00e4hmt haben. Von denen ich denke, dass sie bis an mein Lebensende erhalten bleiben. Entweder in einer wirklich guten Beziehung oder in einer guten Erinnerung (ja manchmal sind es dann Prinzessinnen, die zu einer anderen Rose zur\u00fcckkehren). Und F\u00fcchse sind nun mal listige Raubtiere. Ich bin mir dessen auch bewusst. Ich tue nat\u00fcrlich auch manchmal schlimme Dinge, aber die tue ich eben auch, weil mich niemand z\u00e4hmt. Das ist doch kein Wunder, dass ein Raubtier dann Unsinn treibt, wenn es niemand z\u00e4hmen m\u00f6chte. Und auch wenn, ich die volle Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehme, ja in seltenen F\u00e4llen, da lasse ich lieber meine Triebe freien Lauf, als dass man ein zahmer Hund wird. Wenn mir das vorgeworfen wird, dann bitte. Dann z\u00e4hmt mich doch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer wei\u00df, vielleicht treffe ich die junge Frau, der ich diese Schrift widme, in zwei Monaten wieder. Vielleicht hat sie ja dann die Mu\u00dfe mich zu z\u00e4hmen. Vielleicht hat sie aber auch bereits eine Rose gefunden (denn auch ein Fuchs kann irgendwann eine Rose werden). Oder vielleicht bin ich dann Prinz und habe eine F\u00fcchsin gez\u00e4hmt. Aber egal, ob ich dann Prinz oder Fuchs oder ein Wechselspiel aus beiden bin, ich werde mich niemals zu einem Huhn hinab begeben \u2013 H\u00fchner k\u00f6nnen n\u00e4mlich nicht dichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich m\u00f6chte dieser kleinen Schrift einer jungen, herzlichen Frau widmen, die mir vor kurzem begegnet ist. Ich sehe mich selbst als Dichter und Dichter ohne Musen sind langweilig. Und darum bin ich vermutlich auch ein wenig verschroben, verr\u00fcckt und manchmal ein klein wenig gemein, wenn es um Frauen geht. 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